Ein Kleinod droht verloren zu gehen. Die Kapelle in Fajã do Mar, die wir besuchen konnten, wenn wir von Arco da Calheta nach Madalena do Mar auf dem Caminho Real 23 unterwegs waren, droht einzustürzen. Die Warnungen, die seit 10 Jahren an die verantwortlichen Stellen gerichtet waren, blieben ungehört. Die aufwändigen Hangsicherungen zum Meer hin beschränkten sich ausschließlich auf das Nebengebäude. Und so konnte sich die Erosion fortsetzen, bis vor wenigen Tagen der kleine Kirchhof wegsackte und das Gebäude nun ohne jeden Schutz da steht und ins Meer abzurutschen droht.
Die Kapelle Nossa Senhora da Vida hat eine lange Geschichte – sie ist historisch eng mit dem lokalen Fischereileben und der maritimen Frömmigkeit verbunden. Sie wurde 1663 von Dona Inês Teixeira in manieristischem Stil gegründet und mit einem einfachen, länglichen Grundriss und einer Sakristei an der rechten Seite gebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde sie schon einmal neu aufgebaut und 1986 erneut restauriert.
1997 wurde sie von den Besitzern an die Regionale Autonome Regierung von Madeira übertragen.
In früheren Jahrhunderten war sie ein wichtiger Wallfahrtsort für Seefahrer, Fischer und Bootsmänner. Sie kamen hierher, um Schutz und Beistand für die Gefahren auf See zu erbitten.
Die Kapelle hat eine einzigartige Lage und ist nicht nur ein historisches, religiöses Gebäude, sondern auch ein Ausdruck der engen Verbindung zwischen Kultur, Landschaft und dem Leben am Meer auf Madeira.
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| Februar 2024 |
Wenige Tage vor dem Abbruch wollten wir die Kapelle wieder besuchen, da war der Zugang bereits gesperrt. Sie war renoviert worden, aber nur mit Farbe. Für einen stabilen Untergrund hatte niemand gesorgt.





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