Donnerstag, 29. Januar 2026

Capela de Nossa Senhora da Vida

Ein Kleinod droht verloren zu gehen. Die Kapelle in Fajã do Mar, die wir besuchen konnten, wenn wir von Arco da Calheta nach Madalena do Mar auf dem Caminho Real 23 unterwegs waren, droht einzustürzen. Die Warnungen, die seit 10 Jahren an die verantwortlichen Stellen gerichtet waren, blieben ungehört. Die aufwändigen Hangsicherungen zum Meer hin beschränkten sich ausschließlich auf das Nebengebäude. Und so konnte sich die Erosion fortsetzen, bis vor wenigen Tagen der kleine Kirchhof wegsackte und das Gebäude nun ohne jeden Schutz da steht und ins Meer abzurutschen droht. 

Die Kapelle Nossa Senhora da Vida  hat eine lange Geschichte – sie ist historisch eng mit dem lokalen Fischereileben und der maritimen Frömmigkeit verbunden. Sie wurde 1663 von Dona Inês Teixeira in manieristischem Stil gegründet und mit einem einfachen, länglichen Grundriss und einer Sakristei an der rechten Seite gebaut. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde sie schon einmal neu aufgebaut und 1986 erneut restauriert.

1997 wurde sie von den Besitzern an die Regionale Autonome Regierung von Madeira übertragen.

In früheren Jahrhunderten war sie ein wichtiger Wallfahrtsort für Seefahrer, Fischer und Bootsmänner. Sie kamen hierher, um Schutz und Beistand für die Gefahren auf See zu erbitten.

Die Kapelle hat eine einzigartige Lage und ist nicht nur ein historisches, religiöses Gebäude, sondern auch ein Ausdruck der engen Verbindung zwischen Kultur, Landschaft und dem Leben am Meer auf Madeira.


Februar 2024


Wenige Tage vor dem Abbruch wollten wir die Kapelle wieder besuchen, da war der Zugang bereits gesperrt. Sie war renoviert worden, aber nur mit Farbe. Für einen stabilen Untergrund hatte niemand gesorgt.




Sonntag, 28. Dezember 2025

Ladeira dos Zimbreiros

 



Der Weg von Fajã de Ovelha nach Paúl do Mar ist einer der emblematischsten Abschnitte des Caminho Real 23. Er nennt sich hier Ladeira dos Zimbreiros und ist mit einem hübschen Fliesenbild markiert, das den Fio, einen ehemaligen Zahnradlift, zeigt.  

Anfang des 20. Jahrhunderts ließ der Betreiber der Butterfabrik von São Lourenço, einem Ortsteil von Fajã de Ovelha, diese Zahnradbahn errichten, um eine schnelle Beförderung seiner wärmeempfindlichen Fracht in das Fischerdorf Paúl do Mar zu gewährleisten. Natürlich wurden auch andere Waren, wie Fische von unten und Gemüse von oben, damit transportiert. Das große Zahnrad ist museumsreif auf einem herrlichen Aussichtsplatz aufgestellt.







EN: The route from Fajã de Ovelha to Paúl do Mar is one of the most emblematic sections of the Caminho Real 23. It is called Ladeira dos Zimbreiros here and is marked with a pretty tile mural depicting the Fio, a former cogwheel lift.

At the beginning of the 20th century, the operator of the butter factory in São Lourenço, a district of Fajã de Ovelha, had this rack railway built to ensure the rapid transport of his heat-sensitive cargo to the fishing village of Paúl do Mar. Of course, other goods, such as fish from below and vegetables from above, were also transported by it. The large cogwheel is on display in a museum-worthy setting at a magnificent viewpoint.


PT: O caminho entre Fajã de Ovelha e Paúl do Mar é um dos percursos mais emblemáticos do Caminho Real 23. Aqui, chama-se Ladeira dos Zimbreiros e está marcado com um bonito mosaico que representa o Fio, um antigo elevador de cremalheira. 

No início do século XX, o proprietário da fábrica de manteiga de São Lourenço, uma aldeia da Fajã de Ovelha, mandou construir este elevador de cremalheira para garantir o transporte rápido da sua mercadoria sensível ao calor até à aldeia costeira de Paúl do Mar. É claro que também eram transportadas outras mercadorias, como peixe da parte de baixo e legumes da parte de cima. A grande roda dentada está exposta num magnífico miradouro, pronta para ser musealizada.












Donnerstag, 18. Dezember 2025

Lapinha do "Caseiro"

Die Lapinha do Caseiro war eine der berühmtesten Krippen der Insel und blieb über Jahrzehnte hinweg eine der großen Attraktionen der Weihnachtszeit auf Madeira. Sie war über 70 Jahre lang in der Capela do Menino Jesus am Caminho do Monte ausgestellt und wurde vor allem zu Weihnachten zu einem Ort der Andacht und Verehrung, der für mehrere Generationen von Madeirensern eine Erinnerung darstellt.

Mit dem Ziel, dieses wertvolle Zeugnis eines kulturellen Erbes zu bewahren und zu schützen, wurde die Sammlung von der Regionalregierung erworben, um sie in den Bestand des Ethnografischen Museums von Madeira in Ribeira Brava aufzunehmen und diesen zu bereichern.

Nach ihrer Restaurierung und Aufnahme in den Bestand wurde sie Teil der Dauerausstellung und ist jedes Jahr zur Weihnachtszeit für die Öffentlichkeit zugänglich. 



Francisco Ferreira, der „Caseiro”, wurde am 11. Oktober 1848 in der Gemeinde Monte geboren. Als autodidaktischer Künstler zeigte er schon früh eine Begabung für die Holzschnitzerei, die er seit seinem 14. Lebensjahr ausübte und zu seinem Beruf machte. 

Er schuf zahlreiche Figuren, die sich noch heute auf der Insel befinden, im Besitz von Familienangehörigen, Privatpersonen und verstreut in einigen Kirchen (Nossa Senhora do Monte, Santo António in Funchal und Tabua in Ribeira Brava). Andere sind verloren gegangen, möglicherweise von frommen Auswanderern mitgenommen worden. Neben unzähligen Figuren des Jesuskindes und des erwachsenen Christus schuf er auch andere Heilige: Nossa Senhora da Piedade, die Jungfrau von Calvário, Nossa Senhora da Conceição, São João Baptista, São Francisco de Assis und Santo António. 

Sein Lebenswerk war jedoch die Krippe. Er begann in seiner Jugend damit und arbeitete daran bis zu seinem Tod im Jahr 1931, als er 82 Jahre alt war. Diese Sammlung erzählt die lange Reise dieses Handwerkers und zeugt von seiner gesamten Entwicklung und seiner immer größer werdenden Begabung für die Holzschnitzerei. 



Francisco Ferreira hatte keine Schulbildung. Seine Frau und später seine Tochter Augusta da Soledade Ferreira lasen ihm Passagen aus dem Alten und Neuen Testament vor. Als tiefgläubiger Mensch ließ er sich davon inspirieren, um die verschiedenen biblischen Episoden, die er einführte, besser interpretieren und umsetzen zu können, ähnlich wie in den alten Krippenräumen, die unzählige heilige Szenen beherbergten. 



Dann tauchen die Hirten auf, die die regionale Realität repräsentieren. Sie bringen die Kreativität und Originalität des Autors am besten zum Ausdruck. Unzählige Figuren, einige naiv, andere karikaturistisch, porträtieren die städtische und ländliche Gesellschaft Madeiras und spiegeln alltägliche Arbeiten und Berufe sowie lokale Erfahrungen wider, die vor allem mit der Gemeinde Monte zu tun haben. Volksfiguren, Nachbarn, Freunde und Francisco Ferreira selbst sind einzigartige Statisten, Zeugen verlorener Existenzen, die wir auf diese Weise, fast wie durch Zauberei, wiederfinden können.










Das Ethnografische Museum in Ribeira Brava befindet sich in der Rua de São Francisco und damit auf dem Weg des Caminho Real 23 und 26

https://visitmadeira.com/de/sehenswuerdigkeiten/madeira/westkueste/ribeira-brava/ethnographisches-museum-von-madeira/


EN: The Lapinha do Caseiro was one of the island's most famous nativity scenes and remained one of the major attractions of the Christmas season in Madeira for decades. It was displayed for over 70 years in the Capela do Menino Jesus on Caminho do Monte and became a place of worship and veneration, especially at Christmas, which is a memory for several generations of Madeirans.

With the aim of preserving and protecting this valuable testimony to cultural heritage, the collection was acquired by the regional government to be included in and enrich the collection of the Madeira Ethnographic Museum in Ribeira Brava.

Francisco Ferreira, the “Caseiro,” was born on October 11, 1848, in the municipality of Monte. A self-taught artist, he showed an early talent for wood carving, which he practiced from the age of 14 and made his profession. 

He created numerous figures that are still on the island today, owned by family members, private individuals, and scattered in several churches (Nossa Senhora do Monte, Santo António in Funchal, and Tabua in Ribeira Brava). Others have been lost, possibly taken by devout emigrants. In addition to countless figures of the baby Jesus and the adult Christ, he also created other saints: Nossa Senhora da Piedade, the Virgin of Calvário, Nossa Senhora da Conceição, São João Baptista, São Francisco de Assis, and Santo António. 

However, his life's work was the nativity scene. He began it in his youth and worked on it until his death in 1931, when he was 82 years old. This collection tells the story of this craftsman's long journey and bears witness to his entire development and his ever-growing talent for wood carving.

After its restoration and inclusion in the inventory, it became part of the permanent exhibition and is open to the public every year during the Christmas season. 

Francisco Ferreira had no formal education. His wife and later his daughter Augusta da Soledade Ferreira read passages from the Old and New Testaments to him. As a deeply religious man, he drew inspiration from this to better interpret and interpret the various biblical episodes he introduced, similar to the old nativity scenes that housed countless sacred scenes. 

Then the shepherds appear, representing the regional reality. They best express the author's creativity and originality. Countless figures, some naive, others caricatured, portray Madeira's urban and rural society and reflect everyday work and professions as well as local experiences, mainly related to the municipality of Monte. Folk figures, neighbors, friends, and Francisco Ferreira himself are unique extras, witnesses to lost existences that we can rediscover in this way, almost as if by magic.

PT: https://www.dnoticias.pt/2025/12/15/473982-lapinha-do-caseiro-para-ver-no-museu-etnografico-da-madeira/





Samstag, 13. Dezember 2025

Mercearia in Falca

Wandert man auf dem Caminho Real 27 von Boaventura Richtung Funchal dann kommt man im Tal der Ribeira do Porco durch die beiden Siedlungen Falca de Baixo und Falca de Cima. Genau dazwischen  hat die rührige Dona Lúcia ihre Mercearia, ein Lebensmittelgeschäft und eine kleine Bar. Doch dieses Geschäft ähnelt doch eher einem kleinen Kaufhaus, denn es gibt nicht nur Essen und Trinken für den täglichen Bedarf, sondern auch alles andere für den Haushalt. Von Töpfen bis zur Marienfigur ist alles zu finden.



EN    If you walk along the Caminho Real 27, from Boaventura towards Funchal, you will pass through the two settlements of Falca de Baixo and Falca de Cima in the Ribeira do Porco valley. Right in between them, the energetic Dona Lúcia has her Mercearia, a grocery store and small bar. But this shop is more like a small department store, because it not only sells food and drink for everyday needs, but also everything else for the household. From pots to statues of the Virgin Mary, you can find everything here.

PT    Ao percorrer o Caminho Real 27, de Boaventura em direção ao Funchal, atravessa-se o vale da Ribeira do Porco, passando pelas duas aldeias de Falca de Baixo e Falca de Cima. Exatamente no meio delas, a ativa Dona Lúcia tem a sua mercearia, uma loja de alimentos e um pequeno bar. Mas esta loja assemelha-se mais a uma pequena loja de departamentos, pois não só oferece alimentos e bebidas para as necessidades diárias, mas também tudo o mais para a casa. De panelas a estátuas de Maria, é possível encontrar de tudo.



Donnerstag, 27. Januar 2022

Relógio de Água - die Wasseruhr von Azenha in Caniço

Der Caminho Real 23 führt über den heutigen Caminho Velho da Azenha ins Zentrum von Caniço. Dort trifft man auf einen Turm, der zu einem interessanten, architektonischen und kulturellen Ensemble gehört: die Wasseruhr von Azenha


Wasser und Levadas sind seit den Anfängen der Besiedlung des Madeira-Archipels mit landwirtschaftlichen und industriellen Aktivitäten verbunden, insbesondere mit dem Anbau von Zuckerrohr, der sehr viel Wasser verbraucht. 

Das komplexe System der Wasserversorgung auf Madeira hat eine Vielzahl von industriellen und funktionalen Architekturen hervorgebracht, die sich noch heute in einem Netz von Levadas, Mühlen und Wassersägen, Waschhäusern, Verteilerhäusern und Wasseruhren zeigen. 

Im 18. Jahrhundert wurden im Zuge der Harmonisierung der Bewässerungspläne, für die damals die Verwaltungsausschüsse der Heréus zuständig waren, kleine Türme gebaut, die im Volksmund als "Wasseruhren" bezeichnet wurden. Die Verwaltung des Bewässerungswassers richtete sich nach der Uhr der Kommission und nach den Vorgaben des Waschmeisters, der bei Bedarf über Nacht im Turm blieb. 

Eines dieser authentischen und seltenen Bauwerke (es sind nur noch drei davon auf Madeira erhalten) befindet sich in Caniço - die Wasseruhr von Azenha, die sich an der Levada da Azenha auf der Rückseite der Wassermühle befindet und das Wasser an die  Mühle und das Ackerland im Süden verteilte.  Es handelt sich um eine  Konstruktion aus Basaltstein, verkleidet und verputzt. Es hat eine kleine Zugangstür mit Rahmen aus hartem Mauerwerk und runde Gläser aus demselben Mauerwerk für das Zifferblatt, das jetzt durch ein Fenster ersetzt wurde. Es ist mit einem viergiebeligen Dach aus Fachwerkziegeln bedeckt. Zusammen mit der Levada, der Mühle und dem gepflasterten Weg in der traditionellen Ziegenklauenpflasterung gehört sie zum historischen Kern des Ortes Caniço und hat glücklicherweise eine komplette Renovierung erfahren, die 2020 abgeschlossen war.


hier befand sich ehemals das Zfferblatt

Turm und Wasserzulauf zur Mühle

Ruine im Sommer 2018

Sonntag, 14. November 2021

Atouguia - Caminho Real da Calheta




Der restaurierte Abschnitt des Caminho Real da Calheta verbindet die Ortsteile Atouguia und Florenças.


die rekonstruierte Bogenbrücke über die Ribeira do Atouguia 


Donnerstag, 11. November 2021

Ponta do Sol - Caminho Real 23



Ab den 1830er Jahren wurde der Ausbau des regionalen Straßennetzes intensiviert. In den Jahren 1848 und 1849 baute die Câmara Muincipal de Ponta do Sol die Straße aus, die die Nachbargemeinden an der Küste verband. Im Westen der Stadt, über die Ribeira de Santiago, wurde eine Brücke in einem perfekten Bogen errichtet, eine architektonische Struktur, die die Verbindung zwischen dem Stadtzentrum von Ponta do Sol und dem Kai wiederholt. Vor dem Eingang zum Kai befinden sich ein altes, in den Fels gehauenes Gefängnis und das Wachhaus.




Die Abschnitte dieses Weges in Ponta do Sol sind Teil des alten Caminho Real 23, der nach der Gründung der Republik im Jahr 1910 zur Nationalstraße erklärt wurde.